Eoin Colfer: Artemis Fowl - Der Atlantis-Komplex

 

Der Vatnajökull ist mit seinen über achttausend bläulich weißen Quadratkilometern der größte Gletscher Europas. Außerdem ist er größtenteils unbewohnt und verlassen. Aus diesem Grund und wegen seiner besonderen Lage und Beschaffenheit hatte ihn Artemis Fowl ausgesucht, um dem Erdvolk zu demonstrieren, auf welche Weise er die Erde zu retten beabsichtigte − abgesehen davon hat ein bisschen dramatisches Drumherum einer Präsentation noch nie geschadet.

Eines der wenigen Gebiete am Vatnajökull, in denen tatsächlich so etwas wie Betrieb herrscht, ist das Restaurant „Zur Raubmöwe“ am Ufer der Gletscherlagune, das von Mai bis August für Ausflügler und Touristen geöffnet ist. Mit dem Inhaber dieses Etablissements hatte Artemis ein Treffen vereinbart, und zwar am ersten Tag nach Saisonende, am Morgen des 1. September, genauer gesagt: an seinem fünfzehnten Geburtstag.

Artemis steuerte das gemietete Schneemobil über das zerfurchte Ufer der Lagune, in deren schwarzem Wasser riesige, bizarr geformte Eisbrocken trieben. Der Wind heulte wie die johlende Menge in einem Stadion und trieb ihm pfeilscharfe Graupeln in Mund und Nase. Die Gegend war einsam und unbarmherzig, und Artemis wusste, dass eine Verletzung allein in dieser Tundra zu einem schnellen, qualvollen Tod führen würde − oder zumindest zu einer überaus peinlichen Demütigung, falls irgendwelche verspäteten Touristen ihn mit ihren Kameras erwischten. Das war zwar nicht ganz so qualvoll wie ein qualvoller Tod, aber dafür dauerte die Qual länger.

Der Besitzer der „Raubmöwe“, ein stämmiger Isländer, den nicht nur einen Schnauzbart von der Flügelspanne eines ausgewachsenen Kormorans schmückte, sondern der auch auf den unglaublichen Namen Adam Adamsson hörte, stand auf der Veranda des Restaurants, schnippte stumm im Takt einer Melodie mit den Fingern und verfolgte amüsiert Artemis’ mühsame Anreise.

„Erstklassige Vorstellung“, sagte Adamsson zur Begrüßung, als Artemis mit dem Schneemobil gegen die hölzerne Veranda krachte. „Harur mađur. Sie sind echt ein harter Kerl. Hab nicht mehr so gelacht, seit mein Hund versucht hat, sein eigenes Spiegelbild zu fressen.“

Artemis lächelte säuerlich und stieg mit einem missmutigen Knurren von dem Schneemobil, steif wie ein Cowboy, dessen Pferd ihm unter dem Sattel weggestorben ist und der den Rest des Wegs auf der breitesten Kuh der Herde zurückgelegt hat. Der alte Mann lachte keckernd. „Jetzt klingen Sie sogar wie mein Hund.“

Ein derart entwürdigender Auftritt entsprach nicht gerade Artemis Fowls Gewohnheit, aber da sein Leibwächter Butler ihn nicht begleitete, hatte er notgedrungen auf die eigenen Fahrkünste zurückgreifen müssen − und die waren so unterentwickelt wie seine sportlichen Fähigkeiten. Einer dieser Klugscheißer aus seiner Klasse in der Saint Bartleby’s School, seines Zeichens der Erbe eines Hotelimperiums, hatte Artemis nur Der-mit-den-zwei-linken-Füßen genannt, weil er sich beim Fußball so ungeschickt anstellte. Artemis hatte sich diesen Spitznamen etwa eine Woche lang angehört, dann hatte er die Hotelkette des jungen Erben aufgekauft. Damit hatte die Lästerei schlagartig ein Ende.

„Ich hoffe, alles ist bereit?“, sagte Artemis und bewegte die Finger in den patentierten Solarhandschuhen. Ihm fiel auf, dass die eine Hand unangenehm warm war. Das Thermostat hatte wohl einen Schlag abbekommen, als er ein paar hundert Meter die Küste hinunter einen Eis-Obelisken geschrammt hatte. Mit den Zähnen zog er das Stromkabel aus dem Handschuh. Schließlich bestand kaum die Gefahr einer Unterkühlung. Die herbstlichen Temperaturen lagen nur knapp unter Null.

„Schönen Tag auch“, sagte Adamsson. „Nett, Sie endlich persönlich kennen zu lernen, junger Mann. Ich hoffe, Ihre Anreise war nicht zu stürmisch?“

Artemis biss nicht auf den Lass-mich-dein-Freund-sein-Köder an, den Adamsson ihm hinwarf. In seinem Leben war derzeit kein Platz für weitere Freunde, denen er nicht vertraute. „Ich habe nicht vor, um die Hand Ihrer Tochter anzuhalten, Mister Adamsson, Sie brauchen also keinerlei Versuche zu unternehmen, das Eis zu brechen. Alles bereit?“

Adam Adamsson schluckte den nächsten Eisbrecher hinunter, der ihm schon auf der Zunge lag, und nickte ein halbes Dutzend Mal. „Jawohl. Ihre komische Kiste steht hinter dem Haus. Ich habe ein vegetarisches Büffet zusammengestellt und die Tüten mit Pröbchen von Blue Lagoon wie gewünscht organisiert. Ein Tisch ist auch gedeckt, wie Sie es in Ihrer ausgesprochen knappen E-Mail verlangt hatten. Aber von Ihren Gästen ist noch keiner aufgetaucht, und das nach all der Arbeit, die ich mir gemacht habe.“

Artemis holte einen Aktenkoffer aus Aluminium aus dem Gepäckfach des Schneemobils. „Darüber machen Sie sich mal keine Sorgen, Mister Adamsson. Warum fahren Sie nicht nach Reykjavík und verprassen einen Teil der exorbitanten Summe, die Sie mir für die zweistündige Nutzung Ihres drittklassigen Restaurants in Rechnung gestellt haben? Vielleicht finden Sie ja auch einen einsamen Baumstumpf, dem Sie Ihr Herz ausschütten können.“

Zweistündig. Drittklassig. Zwei plus drei macht fünf. Gut.
Jetzt war es Adamsson, der ein Knurren ausstieß, dass die Spitzen seines gewaltigen Schnauzbarts zitterten. „Kein Grund, sich so aufzuspielen, Mister Fowl. Männer wie wir respektieren einander doch.“

„Ach, wirklich? Vielleicht sollten wir mal die Wale fragen, wie viel Respekt sie verdienen. Oder die Nerze in der Gegend.“

Adamsson zog eine Grimasse, und sein windgegerbtes Gesicht wurde runzelig wie eine Dörrpflaume. „Schon gut, schon gut, ich habe verstanden. Aber warum wollen Sie mich für alle Verbrechen der Menschheit verantwortlich machen? Ihr Teenager seid doch alle gleich. Mal abwarten, ob eure Generation besser mit dem Planeten umgeht.“
Artemis ließ das Schloss seines Aktenkoffers exakt zwanzigmal auf- und zuschnappen, bevor er das Restaurant betrat. „Eins können Sie mir glauben, wir Teenager sind nicht alle gleich“, sagte er, als er an Adamsson vorbeiging. „Und ich habe die Absicht, einiges besser zu machen.“

 

Im Restaurant standen mehr als ein Dutzend Tische, alle mit den Stühlen obenauf − bis auf einen, der für fünf Personen gedeckt war, mit einem Leinentuch, in Flaschen abgefülltem Gletscherwasser und an jedem Platz eine Tüte mit Pröbchen von Blue Lagoon.

Fünf, dachte Artemis. Eine gute Zahl. Solide. Verlässlich. Vier mal fünf macht zwanzig.

Vor kurzem hatte Artemis beschlossen, dass die Fünf seine Zahl war. Wenn die Fünf auftauchte, geschah immer etwas Gutes. Der Logiker in ihm wusste, dass das Unsinn war, aber die Tragödien in seinem Leben waren nun mal alle in Jahren passiert, in denen keine Fünf vorkam und die man auch nicht durch fünf teilen konnte: Sein Vater war entführt worden und hatte sein Bein verloren, und Commander Julius Root von der ZUP war von der berüchtigten Wichtelin Opal Koboi ermordet worden. Er selbst war einsfünfundsechzig groß und wog fünfundfünfzig Kilo. Wenn er etwas fünfmal berührte oder ein Mehrfaches davon, dann konnte er sich auf diese Sache verlassen. Eine Tür beispielsweise blieb dann geschlossen, oder ein Andenken beschützte den Eingang, wie es sich gehörte.

Dieser Tag stand unter guten Vorzeichen. Er war jetzt fünfzehn Jahre alt. Dreimal fünf. Und sein Hotelzimmer in Reykjavík hatte die Nummer fünfundvierzig gehabt. Sogar das Schneemobil, mit dem er unbeschadet hierhergekommen war, trug ein Kennzeichen, dessen Zahl durch fünf teilbar war, und hatte obendrein noch einen 50-Kubik-Motor. Alles bestens. Zu dem Treffen waren nur vier Gäste eingeladen, aber zusammen mit ihm machte das fünf. Also kein Grund zur Panik.

Ein Teil von Artemis war entsetzt über diesen neuen Aberglauben, was Zahlen anging.

Reiß dich zusammen. Du bist ein Fowl. Wir verlassen uns nicht auf das Glück − sieh zu, dass du diesen albernen Tick schnell wieder los wirst.

Erneut ließ Artemis das Schloss seines Koffers auf- und zuschnappen, um die Zahlengötter zu besänftigen − zwanzigmal, vier mal fünf −, und er spürte, wie sein Herzschlag sich beruhigte.

Morgen, wenn dieses Projekt erledigt ist, höre ich damit auf.

Er blieb beim Empfangstresen stehen, bis Adamsson mit seinem Motorschlitten hinter einer Schneewehe verschwunden war, die aussah wie das Rückgrat eines Wals, und das Dröhnen des Fahrzeugs nur noch klang wie der Husten eines alten Rauchers. Sehr gut. Jetzt ist Zeit, ein paar Geschäfte zu erledigen.
Artemis stieg die fünf Holzstufen zum Gastraum hinunter − ausgezeichnet, gutes Omen − und ging an einer Reihe von Säulen, die mit Nachbildungen der Stóra-Borg-Maske geschmückt waren, vorbei bis zum Kopfende des gedeckten Tisches. Die Stühle standen so, dass sie auf ihn ausgerichtet waren, und über dem Tisch hing ein leichtes Flirren in der Luft, wie an einem heißen Tag über dem Asphalt.

„Guten Morgen, liebe Freunde“, sagte Artemis auf Gnomisch, um einen selbstbewussten, beinahe jovialen Tonfall bemüht. „Heute ist der Tag, an dem wir die Welt retten werden.“

Das Flirren verstärkte sich, und es begann zu knistern. Neonweiße Lichtblitze zuckten auf, und verschwommen zeichneten sich Gesichter ab, wie Geister in einem Traum. Dann verfestigten sich die Gesichter, und die dazugehörigen Körper wurden sichtbar. Drei kleine Gestalten tauchten auf, wie Kinder. Aber es waren keine Kinder, sondern Repräsentanten des Erdvolks, und unter ihnen waren vielleicht die einzigen Freunde, die Artemis hatte.

„Die Welt retten?“, sagte Captain Holly Short von der ZUP-Aufklärung. „Typisch Artemis Fowl − und das meine ich ironisch, denn die Welt retten ist ja sonst nicht so dein Ding.“

Artemis wusste, er sollte lächeln, doch es gelang ihm nicht. Stattdessen wich er auf Kritik aus, eine Verhaltensweise, die durchaus zu ihm passte und keinen Verdacht wecken würde. „Sie brauchen einen neuen Verstärker, Foaly“, sagte er zu dem Zentauren, der ein wenig ungeschickt auf dem für Menschen gedachten Stuhl balancierte. „Das Flimmern war schon von der Veranda aus zu sehen. Und Sie bezeichnen sich als Technikprofi? Wie alt ist das Modell, das Sie verwenden?“
Foaly stampfte mit dem Huf auf − eine lästige Angewohnheit von ihm und der Grund, weshalb er beim Kartenspielen immer verlor. „Ich freue mich auch, dich zu sehen, Menschenjunge.“

„Und? Wie alt ist es?“

„Keine Ahnung. Vielleicht vier Jahre.“

„Vier. Na bitte, kein Wunder bei der Zahl.“

Foaly schob die Unterlippe vor. „Was hast du gegen die Zahl, Artemis? Der Verstärker tut’s noch die nächsten hundert Jahre. Vielleicht muss er mal neu eingestellt werden, aber das ist auch alles.“

Holly stand auf und ging zum Kopfende des Tisches. „Müsst ihr zwei denn gleich wieder mit dem Hickhack anfangen? Ist das nach all den Jahren nicht ein bisschen albern? Ihr seid wie zwei Hunde, die ihr Revier markieren.“ Sie legte ihre schlanken Finger auf Artemis’ Unterarm. „Lass ihn, Artemis. Du weißt doch, wie sensibel Zentauren sind.“

Artemis konnte ihr nicht in die Augen sehen. In seinem linken Snowboot wippte er zwanzigmal mit den Zehen. „Meinetwegen. Wechseln wir das Thema.“
„Gute Idee“, sagte das dritte unterirdische Wesen im Raum. „Wir sind Ihretwegen extra aus Russland gekommen, Fowl. Wenn wir uns also dem Anlass dieses Treffens zuwenden könnten ...“

Commander Raine Vinyáya gefiel es offensichtlich gar nicht, so weit weg von ihrem geliebten Polizeipräsidium zu sein. Sie war seit ein paar Jahren oberste ZUP-Chefin und legte großen Wert darauf, über jede laufende Mission im Bilde zu sein. „Da unten wartet genug Arbeit auf mich, Artemis. Die Wichtel proben den Aufstand und fordern Opal Kobois Freilassung, und wir haben schon wieder eine Fluchkröten-Epidemie. Also seien Sie so gut und kommen Sie zur Sache.“

Artemis nickte. Vinyáya machte keinen Hehl aus ihrer Gereiztheit, und diesem Gefühl konnte man vertrauen − es sei denn, das Ganze war ein Bluff und Commander Vinyáya schwärmte heimlich für ihn. Oder es war ein doppelter Bluff, und sie war wirklich gereizt.

Klingt verrückt, dachte Artemis. Selbst für mich.

Obwohl sie nur knapp einen Meter maß, war Commander Vinyáya eine beeindruckende Persönlichkeit, und Artemis war nicht so leichtsinnig, sie zu unterschätzen. Nach der Zählung des Erdvolks war sie schon fast vierhundert Jahre alt, was jedoch höchstens einem Menschenalter von vierzig Jahren entsprach, und sie war eine auffallende Erscheinung: schlank und blass, mit beweglichen, katzenartigen Pupillen, wie sie bei Elfen bisweilen vorkamen. Doch selbst diese Besonderheit war nicht ihr auffallendstes Merkmal. Raine Vinyáya hatte eine Mähne silbernen Haars, das jeden Lichtstrahl einzufangen schien und wie eine funkelnde Welle um ihre Schultern spielte.

Artemis räusperte sich und wandte seine Aufmerksamkeit dem Projekt zu, oder genauer gesagt dem Großen Projekt, wie er es im Stillen nannte. Denn letzten Endes war dies der einzige Plan, der zählte.

Holly knuffte ihn leicht in die Schulter. „Du siehst blass aus. Sogar noch blasser als sonst. Alles in Ordnung, Geburtstagskind?“

Nun gelang es Artemis endlich, ihr in die Augen zu sehen − ein blaues und ein braunes, umrahmt von einer hohen Stirn und ein paar kastanienbraunen Ponyfransen, die Holly aus ihrem sonstigen Kurzhaarschnitt hatte herauswachsen lassen.

„Fünfzehn werde ich heute“, murmelte er. „Drei Mal fünf. Das ist gut.“

Holly blinzelte.

Artemis Fowl murmelte vor sich hin? Und hatte keinen Kommentar zu ihrer neuen Frisur abgegeben? Normalerweise bemerkte er jede äußerliche Veränderung sofort.

„Äh, ja ... wenn du meinst. Wo ist Butler? Auf Erkundungstour im Gelände?“, sagte Holly.

„Nein. Nein, ich habe ihn weggeschickt. Juliet brauchte ihn dringender.“

„Nichts Ernstes, hoffe ich?“

„Nein, nicht wirklich ernst, aber sehr wichtig. Eine Familienangelegenheit. Er verlässt sich wohl ganz darauf, dass du auf mich aufpasst.“

Holly presste die Lippen zusammen, als hätte sie auf etwas Saures gebissen. „Er verlässt sich darauf, dass jemand anders seinen Schützling bewacht? Bist du sicher, dass wir hier über Butler reden?“

„Natürlich. Es ist besser, dass er nicht hier ist. Immer wenn bei meinen Plänen etwas schiefgeht, ist er in der Nähe. Und es ist wichtig, äußerst wichtig, dass dieses Treffen ohne Störungen und Zwischenfälle abläuft.“

Vor Überraschung klappte Holly buchstäblich die Kinnlade herunter. Es war beinahe zum Lachen. Wenn sie Artemis richtig verstanden hatte, gab er Butler die Schuld am Scheitern einiger Pläne – ausgerechnet seinem treuesten Verbündeten.
„Gut, dann lasst uns anfangen. Wir vier werden das Kind schon schaukeln.“

Das kam von Foaly, der die gefürchtete Zahl ohne jeden Gedanken an die Folgen ausgesprochen hatte.

Vier. Die schlimmste Zahl überhaupt. Die Chinesen hassen die Zahl, weil sie genauso klingt wie ihr Wort für Tod. Doch fast noch schlimmer, als die Zahl auszusprechen, war die Tatsache, dass sich nur vier Personen im Raum befanden. Offenbar hatte Commander Trouble Kelp es nicht geschafft zu kommen. Trotz ihrer langjährigen gegenseitigen Abneigung hätte Artemis den Commander jetzt gerne hier gehabt.

„Wo ist Commander Kelp, Holly? Ich dachte, er wäre heute hier. Wir könnten Schutz gebrauchen.“

Holly stand pfeilgerade aufgerichtet am Tisch, in ihrem blauen Overall mit dem funkelnden Eichelabzeichen auf der Brust. „Trouble ... Commander Kelp hat genug im Polizeipräsidium zu tun, aber keine Sorge. Über uns schwebt ein Shuttle mit einem kompletten ZUP-Einsatzkommando − mit Sichtschild natürlich. Nicht einmal ein Schneefuchs könnte sich hier reinschleichen, ohne dass er sich die Schwanzspitze verkohlt.“

Artemis zog seine Handschuhe und die Daunenjacke aus. „Danke, Holly. Deine Umsicht beruhigt mich. Nur aus Neugier: Wie viele Elfen umfasst ein ZUP-Einsatzkommando?“

„Vierzehn“, erwiderte Holly mit hochgezogener Augenbraue.

„Vierzehn. Hmm. Das ist nicht gerade −“ Dann eine plötzliche Eingebung. „Und ein Pilot, oder?“

„Vierzehn einschließlich des Piloten. Das genügt, um jede beliebige Menscheneinheit lahmzulegen.“

Einen Moment sah es so aus, als würde Artemis Fowl auf dem Absatz kehrtmachen und vor dem Treffen davonlaufen, das er selbst einberufen hatte. An seinem Hals trat eine Sehne hervor, und sein Zeigefinger tippte auf die hölzerne Stuhllehne.

Schließlich schluckte er einen offenbar ziemlich großen Frosch hinunter und nickte nervös. „Gut. Dann eben vierzehn. Bitte setz dich, Holly. Ich werde euch von dem Projekt erzählen.“

Langsam ließ Holly sich auf einen Stuhl sinken. Sie musterte Artemis forschend, suchte nach der Überheblichkeit, die sonst stets in sein selbstgefälliges Gesicht geschrieben stand. Doch diesmal war davon nichts zu sehen.

Was immer das für ein Projekt sein mag, dachte Holly, es muss etwas Großes sein.

 

Cover Eoin         Colfer "Artemis Fowl − Das Zeitparadox"Eoin Colfer: Artemis Fowl − Der Atlantis-Komplex.
List 2011
ISBN 978-3-471-35061-4, € 19,99

 

 

 

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