Julia R. Kelly: Das Geheimnis des Meeres


Schottland, Winter 1900: Am Strand von Skerry wird ein lebloser Junge angeschwemmt. Als der Fischer Joseph ihn ins Dorf trägt, erntet er ungläubige Blicke, denn das Kind ähnelt auf unheimliche Weise dem Sohn der Lehrerin Dorothy, der in einer längst vergangenen Nacht ans Meer ging und nie mehr gesehen wurde. Ausgerechnet Dorothy erklärt sich bereit, das rätselhafte Kind aufzunehmen, bis seine Herkunft geklärt ist. Doch die Anwesenheit des Jungen wühlt nicht nur Dorothy auf, sondern stellt die gesamte Dorfgemeinschaft vor Fragen. Weshalb war Joseph sowohl an dem Tag am Strand, als der fremde Junge angespült wurde, als auch in der Nacht, als Dorothys Kind verschwand? Worüber haben Dorothy und Joseph damals so erbittert gestritten? Und warum wurden sie nie ein Paar, obwohl sie sich für jedermann offensichtlich liebten?

Roman

Mare (2025)

Originaltitel: The Fisherman's Gift

ISBN 978-3-86648-748-2

EUR 25,00




Leseprobe

Prolog

 

Schottland, 1900

 

Joseph weiß, der Sturm kommt. Er sieht den gelben Hof um den Mond und das eisige Glitzern des Winterhimmels, als er vom Strand hinaufgeht und ein paarmal innehält, um seinen schmerzenden Knien eine Pause zu gönnen.

Später dreht der Wind von West nach Ost, und als er in der Nacht aufwacht, spürt er das Ungeheuer, das weit draußen auf See lauert, seinen arktischen Atem, seinen eigentümlichen Salzgeruch. Er hätte die Leute im Dorf warnen können, die die Zeichen nicht mehr zu lesen wussten – den tiefen Flug der Möwen, den Nachthimmel, den Wind. Aber warum sollte er? Mochte der Sturm doch ihre Schornsteine abreißen, ihre Hunde aufscheuchen, Hemden und Laken wie geflügelte Todesfeen über die Dächer sausen lassen. Was hatten sie damals schon getan, als der Sturm ihm so viel mehr genommen hatte?

Oben bei der Klippe, wo das Vieh sich in der Scheune duckt und die Schafe sich auf der Wiese zusammendrängen, ist eine kräftige Bö aufgekommen. Sie braust zwischen den Häusern und Geschäften an der Copse Cross Street hindurch und an dem offenen Fenster über dem Lebensmittelladen vorbei, wo Mrs Brown, noch wach, die schmale Straße hinunterblickt und dann zu der schwarzen, sternenbeschienenen Weite des Meeres. Sie riecht die Veränderung im Wind, schließt die Läden und kehrt an ihren Ofen zurück, wo sie ihren Hund Rab auf den Schoß nimmt und wartet.

Hügelabwärts, in ihrem Haus unweit der Stufen, die zum Strand von Skerry hinunterführen, zündet Dorothy eine Lampe an und stellt sie in eines der oberen Fenster, ein Licht in der Dunkelheit, um jene, die in den mächtigen Wogen des Meeres umherirren, nach Hause zu leiten.

Als der Sturm kommt, stiehlt er einiges aus dem kleinen Fischerdorf, das sich an die Klippe klammert. Er nimmt sich Dachschindeln und Schafe; er fällt Bäume und zerschmettert zwei Boote an den Felsen. Doch er bringt auch etwas, das Joseph finden wird, wenn er im wässrigen Licht des anbrechenden Tages zum Strand geht, um nach seinem Boot zu sehen.

Ein Geschenk.

 

 

 

 

Jetzt

 

Dorothy

 

Begierig darauf, heim zu ihren Öfen und Töpfen zurückzukehren, drängen sich die Frauen in Mrs Browns Laden. Schmutziger Schneematsch dringt durch den Schlitz unter der Tür, und der Wind ist noch scharf vom Sturm. Wie üblich beachtet Dorothy das Auf und Ab der Stimmen am Tresen nicht. Erst die Stille lässt sie aufmerken. Ihr Korb ist noch fast leer, nur ein paar Kartoffeln und Zwiebeln. Sie blickt auf, sieht, wie sich alle am Schaufenster drängen, und mit einem Mal überkommt sie ein merkwürdiges Gefühl. Die Härchen auf ihren Armen richten sich auf, ihr läuft ein kalter Schauer über den Rücken, und sie stellt ihren Korb ab und geht ebenfalls zum Fenster. Sie wischt ein Stück der beschlagenen Scheibe frei und späht hinaus. Schneeregen setzt sich zwischen das Kopfsteinpflaster, und der Himmel ist bleigrau. Sie blickt den Hügel hinauf, wo die Dorfleute sich mit gesenktem Kopf und zusammengekniffenen Augen die schmale Straße hochkämpfen, dann blickt sie hinunter Richtung Strand, und da sieht sie ihn.

Joseph.

Er geht mitten auf der Straße. Als sie erkennt, was er trägt, entfährt ihr ein Schrei, wie von einem verletzten Tier. Josephs Gesicht ist bleich, vom Schock gezeichnet, wie ihres jetzt wohl auch. Das Haar des Jungen auf seinen Armen ist dunkelsilbern, der Körper schlaff, die Haut grau. Er ist tropfnass, die Kleider kleben ihm am Körper. Und dann hört sie, wie die anderen Frauen nach Luft schnappen, spürt, wie sie sich zu ihr wenden. Mrs Brown fasst sie mit ihrer rauen, roten Hand am Arm, und Dorothy dreht sich um. Sie begreift, dass die Ladenbesitzerin ihren Namen sagt, aber in ihren Ohren ist ein Rauschen, denn sie hat es schon gesehen – 

Der eine kleine Fuß, noch in seinem braunen Stiefel, und der andere, der blau und kalt und nackt herabhängt.

 

Wie in einem Traum tritt sie nach draußen. Die anderen Frauen tun es ihr gleich, einige blicken zu ihr und einige zu dem Mann mit dem Jungen. Dorothy ist, als würde sie sich auflösen, denn sie muss einen Geist gesehen haben. Sie bewegt sich auf die beiden zu und streckt die Hand aus, aber er geht weiter, die Kopfsteinpflasterstraße hinauf, und die Frauen aus dem Laden folgen ihm wie Trauernde bei einer Beerdigung. Er bleibt stehen und schüttelt den Kopf, um sie davon abzuhalten, und da sehen sie es alle – der nackte Fuß zuckt, der schlaffe Arm spannt sich an, und plötzlich stößt der Junge ein ersticktes Husten aus. Joseph läuft los, so schnell es bei dem Wetter möglich ist, um die Ecke zum Haus des Pfarrers und außer Sicht.

Dorothy rührt sich nicht. Sie versucht, damals von heute zu trennen, aber es misslingt ihr. Fast folgt sie ihnen, fast glaubt sie, er ist es, doch dann taumelt sie nach Hause, schleppt sich die Treppe hinauf, ohne auch nur die Haustür zu schließen. Ihr Körper fühlt sich zugleich bleischwer und viel zu leicht an. Sie erkennt ihr Schlafzimmer kaum, als sie an dem Schrank vorbeigeht, den sie niemals öffnet und auf die Kommode zusteuert.

Der Graupel, der waagerecht vom Meer herüberweht, prasselt gegen die Fensterscheiben, und der Wind heult durch die Haustür hinein, die Stufen hoch und findet sie auf den Knien, wie sie die unterste Schublade aufzieht. Sie tastet sich durch wollene Leibchen und Unterhosen, bis ihre Fingerspitzen ihn berühren. Im ersten Moment ist sie verwirrt, weil er nicht mehr nass ist. Sie fühlt die vertrauten Falten des Leders, zieht ihn hervor und legt ihn in ihre Schürze, sanft umfangen von ihren Händen. Sie schließt die Augen, lehnt die Stirn an die Kommode und atmet den Geruch des kleinen braunen Stiefels ein, noch immer mit einem Hauch von Salzwasser, selbst nach all den Jahren.

Im Laden hebt Mrs Brown Dorothys Korb auf, legt die Kartoffeln und Zwiebeln zurück und dreht, obwohl es noch früh ist, das Schild an der Tür auf „Geschlossen“.

 

In der Nacht träumt Dorothy zum ersten Mal seit Jahren von Moses. Er spielt im Wasser, in den flachen Wellen. Sie lehnt am Felsen, spürt dessen Wärme durch den dünnen Baumwollstoff ihres Kleides, lässt sie in die Haut an ihren Schulterblättern sickern. Sie schaut ihm zu, das silbrige Haar erleuchtet von der Sonne, vom Glitzern des Meeres, von all den Erinnerungen, die sich vermischen. In ihrem Traum schläft sie ein, und als sie wieder aufwacht, ist es Winter, der graue Himmel hängt tief, der Sturm tost. Die Wellen türmen sich auf, und sie läuft am Ufer auf und ab und ruft nach ihm, aber der Wind entreißt ihr die Stimme und schleudert sie in die Luft. Und gerade als sie denkt, er ist verloren, sieht sie ihn im Sand stehen, von der Flut umspült, und immer wieder brechen die Wellen über ihn hinweg. Er dreht sich zu ihr um, mit seinem kleinen, stillen Lächeln, die Augen grün und changierend wie das Meer.

„Mamma?“

Als sie aufwacht, wirklich aufwacht, heult der Wind vor dem Fenster, und das Kissen, das sie mit ihrer kalten Hand umklammert, ist nass.

 

 

 

Öffnungszeit

 

Am nächsten Morgen beschäftigt es alle im Dorf, obwohl sie aus Gründen der Schicklichkeit versuchen, sich nichts anmerken zu lassen. Die Frauen eilen über das eisige Pflaster zu Mrs Browns Laden, um ein paar Dinge zu kaufen, die sie nicht brauchen, bevor die Straßen ganz überfrieren und sie vom Rest der Welt abschneiden, wie jeden Winter.

Sie legen dies und das in ihre Körbe, stellen sich an, um zu bezahlen, und warten darauf, dass Mrs Brown wie üblich das Startsignal gibt, indem sie sich mit einer Hand auf den Tresen stützt und sich mit dem Bleistift ein paar lose graue Haarsträhnen hinters Ohr streift. Doch heute ist sie ungewöhnlich schweigsam, während sie mit undurchdringlicher Miene die Summen addiert.

„Herrgott noch mal, traut sich denn keiner, es zu sagen?“, platzt Norah heraus. Sie ist dünn und kantig, das Gegenteil von Mrs Brown. Die anderen entspannen sich und stellen ihre Körbe ab, froh, dass jemand ausspricht, was sie alle denken. „Der Herr steh mir bei – ich dachte, ich hätte einen Geist gesehen!“ Sie schließt die Augen, öffnet sie aber sofort wieder, um sich zu vergewissern, dass alle sie anschauen. „Dieser Junge sieht genauso aus wie – ich meine – ich dachte, er wäre es – aber er hat ja dasselbe Alter. Wie viele Jahre ist das jetzt her? Fünfzehn? Zwanzig?“

„Wo hat er ihn denn gefunden?“

„Unten am Strand, vom Sturm angespült, hat der Pfarrer gesagt –“

„Und noch am Leben, kaum zu glauben!“

„Ich hab gehört, der Junge hat erzählt ...“

„Ach was, ich war heute Morgen da. Kein Wort hat er gesprochen!“

„Hast du ihn denn gesehen?“

„Nein, aber Martha hat gemeint – “

Die anderen wechseln wissende Blicke, die verraten, was von dieser Information zu halten ist.

Norah senkt die Stimme zu einem geheimnisvollen Flüstern. „Das hat was zu bedeuten, ganz bestimmt. Sogar der Stiefel ...“

Da verstummen sie alle; die Ähnlichkeit ist einfach zu verblüffend. Selbst Mrs Brown hat aufgehört zu addieren, eine Zwiebel in der einen Hand, ihren Bleistift in der anderen, gebannt von der Eigentümlichkeit des Ganzen.

Norah wagt sich weiter vor. „Nun, ich hab ja immer gesagt, dieser Junge – “

Nun endlich bricht Mrs Brown ihr Schweigen. „Das reicht jetzt. Habt ihr kein Mitgefühl? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe keine Zeit, den ganzen Tag zu plaudern. Der Schnee kommt, und ich will vor Sonnenuntergang zu Hause sein.“

Münzen klimpern vorwurfsvoll auf den Tresen, als die Frauen bezahlen, ihre Körbe nehmen und gehen, gekränkt und auch ein wenig überrascht. Denn wenn es im Dorf jemanden gibt, der im Lauf der Jahre wenig Mitgefühl für Dorothy Gray gezeigt hat, dann war es Mrs Brown.

 

 

 

Joseph

 

„Wie geht’s dem Jungen?“ Joseph steht vor der Tür und dreht seine Mütze zwischen den Händen.

Jenny, die Pfarrersfrau, weicht vor dem Eishauch zurück, den er mit hereingebracht hat. Ihr Blick huscht über sein Gesicht, dann rechts und links auf die Straße. Sie seufzt. „Kommen Sie besser rein, zumindest aus der Kälte.“

Zum zweiten Mal in dieser Woche tritt er über die Schwelle, doch beim letzten Mal hatte der Schock über seinen Fund ihn für alles andere blind gemacht. Nun bemerkt er, wie bald die Niederkunft bevorstehen muss, so prall und tief, wie Jennys Bauch ist; er bemerkt den Kinderwagen, der im Flur bereitsteht, und dass Jenny ihn mit leisem Widerstreben hineinführt. Martha, die Küchenmagd, blickt von dem Teig auf, den sie knetet, und lächelt höflich.

Jenny entschuldigt sich. „Warten Sie hier, Joseph, ich hole meinen Mann.“

Obwohl die Hitze des Herdes seine Hände schmerzhaft prickeln lässt, rückt er näher heran, dankbar für die Wärme. Sobald Jenny die Tür geschlossen hat und ihre Schritte verklingen, wischt sich Martha die mehligen Hände an der Schürze ab.

„Wollen Sie was Heißes zu trinken, Joseph? Sie sehen halb erfroren aus.“ Ihr Lächeln wirkt jetzt natürlicher.

„Nein, ich bin ja gleich wieder bei mir im Warmen.“ Er sieht zur geschlossenen Tür, lauscht auf die Stille im Flur. „Und, wie geht’s dem Jungen?“

Martha sieht ebenfalls nervös zur Tür, dann sprudelt sie hervor: „Er hat kein Wort gesagt. Die meiste Zeit schläft er. Ich hab ihm Rinderbrühe gekocht und eingeflößt und aufgepasst, dass das Feuer nicht ausgeht.“

„Er schafft es also? Er stirbt nicht an der Kälte oder an all dem – “ Er schluckt mühsam.

Im Flur nähern sich Schritte, und Martha beugt sich wieder über ihren Teig. Joseph hält die Hände in die Wärme, und Jenny scheint sich zu freuen, dass sie sie beide in derselben Position vorfindet, Joseph noch in seiner Jacke und nicht auf einem Stuhl, es sich bequem machend.

„Der Pfarrer ist beschäftigt“, sagt sie knapp und blickt nachdrücklich auf den geschmolzenen Schnee, der jetzt auf ihren Küchenfußboden tropft. „Der Junge wird es schaffen, Joseph – es war gut, dass Sie ihn zu uns gebracht haben. Sobald es ihm besser geht und das Wetter es zulässt, wird er in ein Krankenhaus gebracht und dann, so Gott will, nach Hause.“ Sie wendet sich zur Küchentür. „Wie Sie sehen, haben wir einiges zu tun, also ...“

Er nickt kurz zum Dank und geht wieder hinaus in den Schnee. Er ist sicher, dass sie über ihn geredet haben, als hätte das, was damals in jener Nacht geschehen war, etwas mit ihm zu tun gehabt. Und nun würden sie wieder über ihn reden. Man sollte meinen, dass er mittlerweile daran gewöhnt wäre, aber das ist nicht der Fall, und so tritt er im Gehen gereizt gegen die Steinstufe des Pfarrhauses.

Unten am Strand stürzt er sich in die Arbeit an seinem Boot, reißt mit zusammengebissenen Zähnen am vermoderten Holz des Decks, die Hände kaum gewärmt vom mageren Feuer des Kohlenbeckens.

Und dann sieht er sie. Dorothy. Sie steht am Fuß der Stufen, den Blick aufs Meer gerichtet. Noch hat sie ihn nicht bemerkt, und er nutzt den Moment, um sie zu betrachten.

Sie ist nicht mehr die kühle junge Frau, die damals vor all den Jahren ins Dorf gekommen war, der Blick scharf wie ein Messer und jeder Gesichtsausdruck eine Herausforderung. Er erinnert sich, wie sein Herz gepocht und wie es ihm den Atem verschlagen hatte, als er sie zum ersten Mal sah, genau da, wo sie jetzt steht, die Hand im Haar. So anders als die Mädchen von Skerry mit ihrem Geschäker, ihrem Kichern und ihrer Leichtigkeit.

Wann hat sie begonnen, alt auszusehen?

Er hat sie all die Jahre in der Kirche beobachtet; sie ist immer vor allen anderen da und bleibt, wenn die anderen gehen, tut ihre Pflicht, bringt Essen zu den Armen und zu Jeanie in ihrem Häuschen oben auf der Klippe, und er weiß, dass sie immer noch in der Schule unterrichtet und für die Fischer strickt, aber er weiß nicht, wer ihre Pullover trägt. Ihr Mann ist nie zurückgekommen, und er hat sich schon oft gefragt, warum sie, nachdem sie auch noch Moses verloren hat, in Skerry geblieben ist.

Er holt seine Gedanken in die Gegenwart zurück.

Etwas an ihr ist anders als sonst. Er lehnt sich in der Hocke zurück und kneift die Augen zusammen. Das ist es. Sie hat keine Stiefel an, und ihre Jacke – er runzelt die Stirn und sieht noch einmal genauer hin – ja, ihre Jacke ist falsch zusammengeknöpft, die eine Seite hängt tiefer als die andere. Und als sie nun am Strand entlanggeht, bewegt sie sich nicht zielstrebig, wie er es von ihr kennt, sondern scheint gar nicht zu wissen, wohin sie will; immer wieder bleibt sie stehen und blickt aufs Meer hinaus. Sie ist blass, ihr Mund wirkt verkniffen, sie hält sich nicht mehr so gerade, die schmale Taille, von der er sich einst vorgestellt hatte, wie er sie mit seinen Händen umfasst, ist breiter geworden, und ihr rotes Haar wirkt matt und ist von Silberfäden durchzogen.

Er wendet sich ab und zerrt wieder an dem maroden Holz des Decks. Ihretwegen ist ihm die Liebe verwehrt geblieben. Das Frühstück, das morgens bereitsteht, das Feuer, das ihn beim Heimkommen empfängt, das Abendessen auf dem Tisch, der warme Körper, der sich im Schlaf an ihn schmiegt – all diese einfachen Freuden, die ein Mann erwarten kann, wurden ihm vorenthalten.

Sie sieht nicht in seine Richtung, das hat sie nie mehr getan, seit Moses fort ist, und bisher war ihm das auch recht so, aber jetzt ist es an der Zeit, sie dazu zu bringen, ihm wieder in die Augen zu sehen.

Denn er hat den Streit nicht vergessen und das Unrecht, das ihm angetan wurde. Und er weiß, dass sie es auch nicht vergessen hat.